Künstlerische Unternehmungen

Kartographen-Projekt 2003

 

Im November 2002 entdeckte Conzen in sich die Geschichte einer bis dahin fast unbekannten Gruppe von Kartographen, die Ende des 19. Jahrhunderts die Eifel-Region erkundete und zahlreiche Karten und Skizzen hinterließ. Die Vorlagen zu den Fotos sind lebensgroße Figuren aus Mixed-Media-Materialien, die mit einer Sony-Digital-Camera fotografiert und anschließend am Computer bearbeitet wurden.

Die Kartographen:
Armenius Nahles (1780-1865) Der unternehmenslustige Nahles reiste Aufzeichnungen zufolge kreuz und quer durch Europa, um im Auftrag eines Handelskonzerns zu kartographieren. Über Herkunft und Werdegang ist wenig bekannt. Lediglich geht aus den wenigen Aufzeichnungen Georg Rangs hervor, daß Nahles ihn bei einer Alpen-Reise begegnet ist.

Maximilian Conrad (1764-1855) Conrad wurde 1764 in Brühl/Rheinland geboren, studierte in Paris Malerei und wandte sich etwa 1790 der Kartographie zu. Anfangs wurden seine neuen Methoden zur Ermittlung von Koordinaten von Fachleuten angezweifelt, was ihn nicht davon abhielt ein ausführliches Register und handgezeichneten Karten über Deutschland und den angrenzenden Ländern anzulegen.

Reinhold Schad (1750-1812) Nach Studien der Medizin und Heilkunde in Bamberg, München und Wittenberg um die Jahre 1772-76 lebte Schad in Bergisch-Gladbach und betrieb eine medizinische Heilpraxis. Bekannt ist, daß er gelegentlich zu Natur- und Wissenschaftsstudien in die Eifel zu seinem Freund Dohlmann reiste. Es ist davon auszugehen, daß er die Kartographengruppe in der Eifel getroffen hat, denn seine Eingaben an den Kölner Stadtrat zur Vermessung von Köln-Deutz und des Bergischen Landes mit den neuen Methoden sind dokumentiert.

Georg Rang (1759-1832) Die Berufs- und Studienjahre Georg Rangs liegen im Dunkeln. Bekannt ist nur, daß er einige Jahre bei einem Handelskontor in Köln arbeitete und einige unglücklich endende Liebschaften hatte. Er machte sich mit den damaligen Erkenntnissen der Kartographie mit Hilfe des Zeichners Maximilian Conrad vertraut, verkaufte Hab und Gut in Köln und widmete sich in der Folgezeit rein wissenschaftlichen Studien im Erzbistum Trier. Aus Tagebuchaufzeichnungen Littmanns ist bekannt, daß sich Rang im Alter gerne Essen und Trinken zuwandte.

Maximilian Conrad (1764-1855) Conrad wurde 1764 in Brühl/Rheinland geboren, studierte in Paris Malerei und wandte sich etwa 1790 der Kartographie zu. Anfangs wurden seine neuen Methoden zur Ermittlung von Koordinaten von Fachleuten angezweifelt, was ihn nicht davon abhielt ein ausführliches Register und handgezeichneten Karten über Deutschland und den angrenzenden Ländern anzulegen.

Roland Dohlmann (1735-1835) Dohlmann wurde 1735 in Schlebusch geboren und beschäftigte sich sehr früh mit Aufzeichnungen rund um sein Heimatdorf. Nach dem Studium der Mathematik in Köln und Wien wanderte er etwa 1785 entgegen dem damaligen Trend in die Eifel aus, wo er sich neben den naturwissenschaftlichen Studien auch der Malerei und der Baukunst zuwandte.

Georg Littmann (1774-1855) Bis zum Alter von etwa vierzig Jahren lebte Georg Littmann in der Nähe von Kassel und betrieb dort im Auftrag einer Münchner Holz-Handels-Gesellschaft ein Kontor. Etwa 1804 zog er in den Raum Aachen. Littmanns Verdienst liegt in der Vermessung der Bleigruben im Eifelraum, die er ausführlich erforschte. Littmanns Nachfahren leben heute in Eschwege bei Kassel und betreiben dort einen Zubehörhandel für hochwertige Leder- und Metallprodukte.

Reinhold Scheerer (1754-1835) Scheerers Lebensweg ist bis heute unbekannt geblieben. Lediglich bekannt ist, daß er aus Karlshausen stammt. Er betrieb im Eifelort Bleialf eine Herberge, die Aufzeichnungen zufolge zum Treffpunkt der Kartographen wurde.

Kartographen, 3 Installationen mit Stelen und Fotos

Norbert Conzen, Kartographen-Projekt, 2003, Mixed Media, Stelen Höhe 250 cm, Fotosvon Pastelzeichnungen,160x100 cm

Norbert Conzen, Pastelzeichnung

Kartograph Conrad, Pastelzeichnung, 2007, Norbert Conzen

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